Abschlussbericht "Ausgezeichnet! Die Spiele des Jahres 1979 - 2013"

Steinhuder Museen, Wunstorf-Steinhude

Das Steinhuder Spielzeugmuseum zog 2012 in ein Gebäude des Fischer- und Webermuseums Steinhude um. "Ausgezeichnet!" war die erste Sonderausstellung an neuem Platz und unter neuem Konzept. Im norddeutschen Raum hatte es zuvor noch keine Sonderausstellung zum Thema "Spiele des Jahres" gegeben oder gar eine Gesamtschau aller 94 ausgezeichneten Spiele! 


Zudem war das Thema kaum erforscht. So war die Form der Ausstellung schnell gefunden: partizipativ sollte sie sein und alle zu Wort kommen lassen -  Nichtspieler, Spieler, Jury, Verlage, Autoren und Spieleläden. 

Spiel des Jahres e.V. unterstützte unsere Sonderausstellung auf zwei Arten: Der Verein ermöglichte, Marketing und Gestaltung extern zu vergeben, und übernahm die Material- und Werbungskosten der Ausstellung. Inhaltlich half Spiel des Jahres mit Leihgaben. Zudem haben wir zwei Jurymitglieder interviewt und ihre Aussagen anderen Positionen gegenübergestellt. Neutralität war Spiel des Jahres sehr wichtig!
Mit dem örtlichen Jugendzentrum konnten wir zudem einen starken Partner gewinnen, dort gab es eine sehr große Auswahl an Preisträgern zum Ausprobieren und es fanden Autorenworkshops statt, die Einblick hinter die Kulissen erlaubten.

Eine Umfrage war Basis der Ausstellung. Knapp 400 Positionen wurden gesammelt, ausgewertet und bildeten die Grundlage für die Ausstellungstexte. Die ausführlichen Auswertungen selbst, Interviews mit Autoren, Jurymitgliedern oder Verlagsmitarbeitern gingen in einen Reader ein, der in der Ausstellung auslag. 

Wir wollten wissen: Wie bekannt sind die Auszeichnung und deren Bewertungsgrundlagen? Was denken Spieler, Nichtspieler oder Händler über Spiel des Jahres? Was bedeutet die Auszeichnung für die Verlage? Wie wird der Preis im Ausland gesehen? Wie beeinflusst die Auszeichnung das Spielverhalten?


Wir wußten zwar, dass dieses Feld viel zu groß war, um es abschließend zu behandeln, aber unser Ziel war es, den Startschuß für die Forschung zu setzen. Wir wollten Aufmerksamkeit schaffen und hofften, dass vielleicht ein Student, eine Studentin das Thema universitär weiterbehandeln würde. Und wir hofften, dass die Ausstellung auch mehr Menschen anlocken würde, als sonst zu uns kommen. Am Ende wurde diese Hoffnung nicht erfüllt. Wir hatten etwa genau so viele Besucher wie im Vorjahr: fast 2400 Menschen. 

Aber die Studentin ist gefunden und wir freuen uns sehr, dass Teile unserer Ergebnisse in eine Masterarbeit einfließen werden! 

Sandra Kilb (Museumsleiterin)

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