Wir füttern die kleinen Nilpferde

Sonderpreis Schönes Spiel 1983

Spiele aus der Papprolle sind das Markenzeichen vieler Kleinverlage, die nicht über die Produktions-Mittel der großen Spiele-Hersteller verfügen. Die fertig erhältliche Papprolle ist sehr stabil und damit unmittelbar zum Versand geeignet. Die bei den üblichen Spieleschachteln erforderliche Inneneinteilung kann entfallen, ein Außenaufdruck ist nicht nötig. Dass das unscheinbare Äußere keine Rückschlüsse auf die Qualität des Inhalts zulässt, zeigte sich 1983, als zum ersten Mal ein Papprollenspiel, Reinhold Wittigs WIR FÜTTERN DIE KLEINEN NILPFERDE, den Sonderpreis Schönes Spiel erhielt. Die Rolle enthält einen auf Skai gedruckten und daher zusammenrollbaren Spielplan von ungefähr der doppelten Größe üblicher Spielbretter. Er stellt – wunderschön gezeichnet von Matthias Wittig – die Futterplätze von acht Nilpferden in Ombagassa dar. Wer das Land Ombagassa, etwa auf der Landkarte Afrikas, vergeblich sucht, der sei darauf hingewiesen, dass es sich dabei um das friedliche, aber leider fiktive Spielland der Edition Perlhuhn handelt.

Die Nilpferde in Gestalt dicker Holzfiguren warten an ihren Futterplätzen auf Fütterung durch die Spieler. Jeder Spieler erhält dazu eine bestimmte Anzahl Futterhölzchen sowie zwei Spielfiguren in Gestalt eines Mädchens und eines Jungen. Die Figuren sind groß und griffig und eignen sich daher auch für kleine Kinderhände. Reihum wird gewürfelt, und die eigenen Spielfiguren werden über die an den Futterplätzen vorbei führenden Feldern gezogen. Da jeder Spieler ein Figurenpärchen hat, kann man die Würfelpunkte so verteilen, dass ein günstiger Zug dabei herauskommt. Endet nämlich ein Zug genau vor einem Futterplatz, darf der Spieler das hungrige Nilpferd mit einem Hölzchen füttern. Aber Vorsicht – nicht überfüttern! Hat ein Nilpferd fünf Futterhölzchen bekommen, ist es satt und legt sich schlafen. Ein schlafendes Nilpferd nimmt an der weiteren Fütterung natürlich nicht mehr teil. Gewonnen hat der Spieler, der zuerst alle Hölzchen verfüttert oder an eine andere Spielfigur zur Begrüßung verschenkt hat! In Ombagassa ist es nämlich üblich, Fremden, denen man begegnet, ein kleines Begrüßungsgeschenk zu machen. Zieht man daher auf ein Feld, auf dem schon ein Spielstein eines Mitspielers steht, erhält dieser ein Hölzchen.

WIR FÜTTERN DIE KLEINEN NILPFERDE ist ein beinahe fredliches Spiel für kleine und große Spieler. Die Spielmechanik ist einfach, aber nicht so anspruchslos, dass Erwachsene keinen Spaß mehr daran hätten. Da gegnerische Figuren nicht geschlagen werden und es auch nicht darum geht, als Erster an einem Ziel zu sein, ist das Spiel auch für die Kinder geeignet, die wettkampfbetonte Spiele nicht so gerne mögen. An dem sehr schönen Spielmaterial, verpackt in einer schlichten Papprolle, kann sich die ganze Familie erfreuen.

Autor

Reinhold Wittig

Verlag

Edition Perlhuhn

Spieleranzahl

2
 bis 
4

Altersempfehlung

ab 
5
 Jahren

Dauer

ca. 
30
 Minuten