Villa Paletti

Beim Bau der VILLA PALETTI geht es schon recht wunderlich zu. Die Architekten bauen einfach darauf los. Wie hoch das Gebäude wird? Das lassen sie einfach offen und äußern nicht einmal eine Vermutung. Einigermaßen hoch soll es schon werden. Aber Baumaterial ist doch überall knapp und teuer? Das wissen sie auch. Und ihre Lösung des Problems ist ebenso simpel wie naheliegend: Sie nehmen ganz einfach bereits verbaute, aber nicht unbedingt tragende Säulen aus der unteren Etage heraus und stellen sie in der nächsten wieder auf. 

Spätestens ab dem dritten Stock regen sich ob solcher Bauweise bei den beteiligten Statiker erste Zweifel. Sie beginnen, sich die Haare raufen, lehnen jegliche Verantwortung ab. Und beim vierten Stock schwören sie, dass das Ganze eigentlich so gar nicht mehr da stehen dürfte, ja in Wirklichkeit vielleicht längst schon zusammengekracht ist. Nach einigem Grübeln kommen sie hinter das Geheimnis. Die Sperrholzplatten, die immer wieder als Zwischenböden eingezogen werden, sind nicht völlig plan. Dadurch und durch raffinierte Lastenverteilung auf den Stockwerken kommt es zu absolut kuriosen Stabilitätsverhältnissen. 

Um die Sache noch spannender zu machen, haben sich die Baumeister ein paar Regeln einfallen lassen. Zum Beispiel gibt es dicke und weniger dicke Säulen. Die dickeren bringen mehr Punkte auf der obersten Etage, in der unteren sind sie dagegen gar nichts mehr wert. Und wer auf der jeweiligen Etage die meisten Punkte hat, erhält das Baumeistersiegel mit seiner Säulenfarbe. Damit ist bei einem eventuellen Einsturz immer klar, wer der Gewinner des tollkühnen Spiels ist. 

Probezupfeln an einer Säule ist übrigens nicht erlaubt. Wer also eine Säule mit der Hand oder dem Baumeisterhaken bewegt hat, muss sie auch herausnehmen - oder aber den nächsten Mitbewerber ranlassen. Und eine neue Zwischenplatte wird erst aufgelegt, wenn nun wirklich keine Säule mehr unten entfernt werden kann. Wer da Einspruch einlegt, ist beweispflichtig. Da sage doch mal einer, dass es beim tollkühnen Bau der VILLA PALETTI keine strengen Vorschriften gibt?! 

Bill Payne (Jahrgang 1969) ist Kanadier, lebt in London (Provinz Ontario). Unter der Firmenbezeichnung „Silly Billy Games“ versucht der studierte Soziologe seine Ideen unter die Spieler zu bringen. Die Idee zu VILLA PALETTI erhielt Single Bill Payne beim Spiel mit seinem Neffen Joey. 

Der Physiker Klaus Zoch und der Rechtsanwalt Albrecht Werstein haben in München einen Spiele-Verlag aufgebaut, der zu den erfolgreichsten Kleinverlagen im Spielebereich gehört. Ihr Erfolgsrezept: Originelle Spielideen werden ästhetisch und funktionell perfekt präsentiert.

2002

Autor

Bill Payne

Verlag

Zoch Spiele

Spieleranzahl

2
 bis 
4

Altersempfehlung

ab 
8
 Jahren

Dauer

ca. 
20
 Minuten